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Fehler gefunden?Holz hat den Nachteil, dass es bei unsachgemäßer Lagerung und Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Holzschädlingen befallen und auch zerstört werden kann. Die Schädigung des Holzes muss auf jeden Fall verhindert bzw. eingeschränkt werden.
Wie kann es zu einer Schädigung des Holzes kommen?
Pflanzliche Holzschädlinge
Die pflanzliche Holzschädlinge sind Pilze, die nur feuchtes Holz befallen (Holzfeuchte u > 20%).
Ein Pilz stellt eine Ausnahme dar, der Echte Hausschwamm. Er kann nach anfänglichem Wachsen auf feuchtem Holz später auch auf trockenem Holz weiterwachsen. Das dann benötigte Wasser wird in seinen Strängen nachgezogen.
Zu den holzzerstörenden Pilzen, die am verbautem Holz am häufigsten vorkommen können, gehören der Echte Hausschwamm, der braune Keller- oder Warzenschwamm und der Weiße Porenschwamm.
Der gefährlichste und häufigste Vertreter der holzzerstörenden Pilze ist der Echte Hausschwamm (serpula lacrimans), der Nadel- und Laubholz befällt. Er benötigt als Wachstumsbedingungen: Temperaturen zwischen 18°C und 26°C (optimal: 21°C); eine Holzfeuchte zwischen 25% und 55% (optimal: 30% bis 40%). Ein fehlender Luftzug begünstigt sein Wachstum.
Das Myzel kann einige Meter weit wachsen, auch durch Mauerwerk und dadurch auch auf trockenes Holz übergreifen, denn das benötigte Wasser wird nachgezogen. Es kommt zu einer raschen Zerstörung des Holzes.
Der Pilz kann auch nach längeren Trockenzeiten wieder aktiv werden.
Schadensbild: Braunfäule (würfelförmiger Bruch mit Braunfärbung).
Meiner Ansicht nach ist ein Befall des Holzes in einem Gebäude durch den Echten Hausschwamm als schwerer Baumangel zu betrachten.
Der braune Keller- oder Warzenschwamm (coniophora puteana) tritt dort auf, wo es sehr feucht ist. Das sind vor allem Keller, Nassräume und Küchen. Im Freien kann er an Masten, Säulen, Zäune und Schwellen. Die nasse Unterseite des Holzes ist z.T. total zerstört, während die Oberseite einen intakten Eindruck macht.
Der Pilz benötigt als Wachstumsbedingungen: Temperaturen zwischen 22°C und 26°C und eine Holzfeuchte von etwa 60%. Das Oberflächenmyzel ist schwach ausgebildet.
Der weiße Porenschwamm (poria vaporaria) wächst häufig in Partnerschaft mit dem braunen Keller- oder Warzenschwamm. Er ist anzutreffen in feuchten Altbauten und Neubauten, wächst auch im Freien und in Bergwerken. Er kann monatelange Trockenzeiten überdauern.
Der Pilz benötigt als Wachstumsbedingungen: Temperaturen von ca. 26°C und eine Holzfeuchte von 35% bis 40%. Das Oberflächenmyzel ist sehr biegsam und leicht mit dem Myzel des Echten Hausschwamm zu verwechseln.
Tierische Holzschädlinge
Als typische Vertreter der holzzerstörenden Insekten sind vor allem der Hausbock (hylotrupes bajulus) und der gewöhnliche Nagekäfer (anobium punctatum) zu nennen.
Die Larven des Hausbocks fressen sich ausschließlich durch trockenes Nadelsplintholz, bis es durch Larvengänge völlig zerstört ist. Da die Larven unter der Holzoberfläche fressen wird der Schaden häufig erst sehr spät erkannt.
Sind viele, oft siebartig angeordnete Löcher in der Holzoberfläche erkennbar, war ein Befall durch den gewöhnlichen Nagekäfer vorhanden. Es sind die Ausflugslöcher des gewöhnlichen Nagekäfers.
Holzschutz
Der Holzschutz ist eine jahrhundertealte, oder besser eine bereits jahrtausendealte Notwendigkeit, die der Mensch zum Schutze seiner Behausung, seines Hauses anwendet.
Sehr alte Hölzer zeigen uns, dass ein wirksamer Holzschutz auch ohne die Anwendung chemischer Mittel gehen kann.
Die jahrhundertealten Fachwerk- und Holzhäuser sind ein guter Beweis dafür.
In der heutigen Zeit musste die Verpflichtung zum Holzschutz in der MBO formuliert werden:
§ 13 Schutz gegen schädliche Einflüsse
Bauliche Anlagen müssen so angeordnet, beschaffen und gebrauchstauglich sein, dass durch Wasser, Feuchtigkeit, pflanzliche und tierische Schädlinge sowie andere chemische, physikalische oder biologische Einflüsse Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen. Baugrundstücke müssen für bauliche Anlagen geeignet sein.
In der sächsischen BO sind die Maßnahmen für einen Holzschutz ebenfalls in § 13 Schutz gegen schädliche Einflüsse formuliert.
Was gehört zu einem Holzschutz?
Dazu gehört die Pflege des Holzes, der bauliche Holzschutz und der chemischen Holzschutz.
Der Holzschutz beginnt bereits mit der Pflege des Holzes im Wald, im Sägewerk, auf den Plätzen des Holzhandels und der Zimmerei. Dazu gehören folgende Aufgaben:
Eventuelle Schäden durch Insekten und holzzerstörende oder holzverfärbende Pilze lassen sich durch Holzpflege weitestgehend vermeiden.
Der bauliche Holzschutz umfasst alle vorbeugenden konstruktiven und bauphysikalischen Maßnahmen, die eine unzuträgliche Veränderung des Feuchteghaltes in den Holzbauteilen und Holzwerkstoffen und die daraus resultierenden Schäden verhindern sollen.
Eine unzuträgliche Veränderung des Feuchtegehaltes liegt vor, wenn dadurch Voraussetzungen für einen Pilzbefall geschaffen werden oder durch übermäßige Verformungen (Schwinden oder Quellen) die Brauchbarkeit der Konstruktion beeinträchtigt wird.
Zu den wichtigsten Maßnahmen des baulichen Holzschutzes gehören:
Holz darf nur in ausreichend trockenem Zustand eingebaut werden, und eine Wiederbefeuchtung muss verhindert werden.
Folgende Grundsätze sind dabei zu beachten:
Durch den vorbeugenden chemischen Holzschutz werden die Hölzer widerstandsfähiger gegen schädigende Einflüsse. Außerdem können mit chemischen Holzschutzmitteln auch bereits von Pilzen oder Insekten befallene Hölzer wieder verwendbar gemacht werden.
Vorbeugender chemischer Holzschutz bezieht sich grundsätzlich nur auf tragende und aussteifende Konstruktionen, von denen die Standsicherheit des Bauwerkes abhängt.
Unter dem Begriff „chemischer Holzschutz“ sind alle Maßnahmen zu verstehen, die einen ausreichenden, vorbeugenden Schutz der Holzbauteile durch Behandlung mit Holzschutzmitteln erzielen.
Holz, das der Gefahr von Bauschäden durch Insekten und / oder Pilze entsprechend der Zuordnung zu einer Gefährdungsklasse (siehe Tabellen 4 und 5) ausgesetzt ist, muss zusätzlich zu den baulichen Maßnahmen nach DIN 68800, Teil 2 durch chemische Maßnahmen geschützt werden.
Holzschutzmittel
Im Bauwesen werden wasserlösliche oder ölige Holzschutzmittel verwendet. Die wasserlöslichen Holzschutzmittel sind für trockenes und feuchtes Holz verwendbar, die öligen Holzschutzmittel dürfen nur für trockenes und halbtrockenes Holz verwendet werden.
Grundsätzlich dürfen nur solche Holzschutzmittel verwendet werden, die Prüfzeichen und Prüfprädikat (Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) – Überwachungszeichen, Gütezeichen) haben.