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BauPlanSV.de - Mauerwerksbau

Ein großer Teil der heute errichteten Gebäude wird, wie bereits vor Jahrtausenden, aus Mauerwerk errichtet. Die Qualität der jetzigen Ziegel hat sich sehr verändert.
Auch für den Bau Ihres Einfamilienhauses (es kann auch ein mehrgeschossiges Wohnhaus sein) wird auf die bewährten Materialien des Mauerwerksbaus zurückgegriffen.

Über einige wichtige Konstruktionsdetails sollten Sie als Bauherr informiert sein.
Die Arbeiten auf Ihrer Baustelle haben wahrscheinlich jetzt diesen Stand erreicht: Das Fundament, die Fundamentplatte, ist fertig gestellt und es kann jetzt mit dem Mauern der Wände begonnen werden.

Wichtig: Es muss darauf geachtet werden, dass alle erdberührten Wände gegen Feuchtigkeit von außen abgedichtet werden.

Innerhalb des Gebäudes können die Wände tragend oder aussteifend für die Standsicherheit eines Bauwerkes erforderlich sein, als nicht tragende Trennwände der Raumunterteilung dienen oder zur Ausfachung zwischen tragenden Stützen oder Stielen dazu sind z. B. von Rahmen- und Skelettbauten.

Unterschieden werden die Wände daher in statischer Hinsicht:

Diese Arbeit ist die Aufgabe des Statikers, der auch die Qualität der Materialien festlegt.

Mauerwerk aus künstlichen Steinen

Baustoffe
Mauerwerk ist ein Verbundbaustoff aus Mauersteinen und Mauermörtel. Für gemauerte Wände steht eine große Vielfalt klein-, mittel- und großformatiger Mauersteine zur Verfügung.Eine Einteilung kann nach den Steinmaterialien vorgenommen werden:

Je nachdem, ob Außen- oder Innenwände hergestellt werden sollen, erfolgt die Auswahl der Steinarten und -qualitäten nach den Kriterien:

Die Wahl der Steinformate wird durch arbeitstechnische, wirtschaftliche und gestalterische Überlegungen bestimmt:

Ferner werden Vollsteine und Lochsteine unterschieden, wobei wegen etwaig vorhandener Grifflöcher der Lochanteil von Vollsteinen bis zu 15 % betragen darf.

Mauermörtel
Für die Herstellung der Wände, die gemauert werden müssen, ist Mauermörtel, ein Gemisch aus Sand, Bindemitteln, Wasser, gegebenenfalls auch mit Zusatzstoffen und Zusatzmitteln, erforderlich. Er hat die Aufgabe, die Mauersteine miteinander zu verbinden, dabei Maßungleichheiten der Steine und Unebenheiten der Steinlagerflächen auszugleichen und damit eine gleichmäßige Druckübertragung zu ermöglichen.

Es wird unterschieden:

Ausführung von Mauerwerk
schlechtes MauerwerkWichtig für den Mauerwerksbau und maßgeblich für die Tragfähigkeit der Konstruktion ist das herstellen des Mauerwerks im Verband. Es ist lot-, flucht- und waagerecht herzustellen. Die Stoßfugen und Längsfugen des Mauerwerkes übereinander liegender Schichten müssen versetzt sein. schlechtes MauerwerkDabei soll das Überbindemaß ü > 0,4 h bzw. 4,5 cm sein, wobei h die Steinhöhe ist. Das bedeutet: bis zu einer Steinhöhe von 11,5 cm muss das Überbindemaß mindestens 4,5 cm betragen, darüber hinaus 0,4 h.

Die Ecken des Mauerwerkes werden genau nach dem Lot angelegt und die Schichten nach einer dazwischen gespannten Schnur ausgeführt.

Damit gleiche Schichtenhöhen erzielt werden sind Hochmaßlatten zu verwenden. Das Mauerwerk ist überall möglichst gleichzeitig hoch zuführen, damit ungleiches Setzen vermieden wird. Die Steine sollen möglichst ebenflächig und maßgenau sein, damit die Lagerfugen gleichmäßig dünn (10 bis 12 mm) gehalten und die Steine über die ganze Fläche gleichmäßig belastet werden können.

Mauerverbände

Läuferverband
Alle Schichten bestehen aus Läufern, die von Schicht zu Schicht um ½ Stein (= mittiger Verband) oder um ¼ Stein (= schleppender Verband) versetzt sind.

Blockverband
Läufer und Köpfe wechseln regelmäßig ab. Die Stoßfugen der jeweiligen Schichten liegen senkrecht übereinander.

Kreuzverband
Ähnlich wie beim Blockverband wechseln die Kopf- und Läuferschichten. Die Stoßfugen jeder zweiten Läuferschicht sind um ½ Steinlänge versetzt. Daraus ergibt sich das charakteristische „Kreuz-Bild“.

Gotischer Verband
Läufer und Köpfe wechseln innerhalb einer Schicht regelmäßig ab. Die Stoßfugen jeder zweiten Schicht liegen übereinander; dazwischen sind sie jeweils um ½ Kopfbreite versetzt.

Märkischer Verband
Je zwei Läufer und ein Kopf wechseln Schicht für Schicht regelmäßig ab, wobei die Stoßfugen jeder zweiten Schicht übereinander liegen.

Wilder Verband
Wie der Name schon sagt, wechseln Läufer und Köpfe unregelmäßig ab.

Standsicherheit
Alle am Bauwerk angreifenden Lasten (vertikale und horizontale Lasten) müssen sicher in den Baugrund geleitet werden, damit eine ausreichende Standsicherheit gewährleistet ist. Im Mauerwerksbau übernehmen Wände und Decken die Aussteifung des Bauwerks. Auf einen Nachweis der räumlichen Steifigkeit kann verzichtet werden, wenn: die Decken als steife Scheiben ausgebildet sind oder statt dessen Ringbalken vorhanden sind, in Längs- und Querrichtung des Bauwerkes eine offensichtlich ausreichende Anzahl von aussteifenden Wänden vorhanden ist.

Ringbalken
Ringbalken Ringbalken sind in der Wandebene liegende horizontale Balken, die Biegemomente infolge von rechtwinklig zur Wandebene wirkenden Lasten (z.B. Wind) aufnehmen können.
Ringbalken sind erforderlich bei Decken ohne Scheibenwirkung.

Ringanker
Ringanker
Ringanker sind in der Wandebene liegende horizontale Bauteile zur Aufnahme von Zugkräften, die in den Wänden infolge von äußeren Lasten oder von Verformungsunterschieden entstehen können.

Tragende Pfeiler
Pfeiler sind wie kurze Wände. Sie müssen eine Mindestabmessungen von 11,5 cm x 36,5 cm bzw. 17,5 cm x 24 cm haben. Gemauerte Querschnitte, deren Fläche kleiner als 0,04 m² ist, sind als tragende Teile unzulässig.


Danke, dass Sie soweit gelesen haben. Der Informations-Nutzen hat dies hoffentlich gerechtfertigt

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